an die zeit davor.

glatt zwei jahre ist's her.
es begann in der kueche, keiner dacht je das es so weit kommt,
doch letztendlich endete es mit der realitaet.
all meine urteile ueber geschehenes und noch kommendes verpufften und
ich war bereit all meine gefuehle ueber bord zu werfen nur um dieses eklige gefuehl loszuwerden.

"ich brauche eine auszeit, ich nehme mir eine wohnung!"

-schlug ein wie ein blitz. ploetzlich teilte sich alles in gruppen. un wo frueher schon keine
familie herrschte hoffte man doch jetzt erst recht auf ein wieder zusammen finden.
wo das alles hinfuehren sollte wusste keiner. nein.
ein monat voller schlafloser naechte fuer alle fuer uns.

es pegelte sich alles langsam aber sicher wieder ein.

dachten wir.
alles verlief gut, bis zu dem tag an dem ich meine eltern streiten hoerte. nichts ungewoehliches, jedoch..hoerte ich ansaetze herraus die mich traurig, wuetend und unentschlossen machten. was soll das heissen..'Ich lasse mich von dir scheiden!'..was meinte sie mit..'unsere ehe war die letzten 7 jahre nur noch auf dem papier gueltig!'..und..'ich war immer fuer die kinder da, du hast nur gesoffen!' [fuer uns da, das ich nicht lache..da schob sich ein kleiner unbedeutender gedanke ein]..-FATSCH! KLIRR!- hoerte ich nur noch. ich rannte in das wohnzimmer. unser famlienphoto, unser einziges, lag zerschmissen auf dem boden. mein vater hielt sich die wange.

es vergingen wieder ein paar monate, wieder schlaflose nachte fuer uns alle.

sogar fuer die frau die mein bruder und ich einst mutter nannten hatte keinen schlaf. ihre naechtlichen ausfluege zu einem neuen trugen dazu bei.
wie war das am anfang noch? mein maennliches elternteil kam unter aloholisierten zustand gegen 3 uhr nachts nach hause und randalierte. mein bruder schlief immer wie ein murmeltier, heute immer noch.
ich hatte angst, angst vor den agressionen die nicht wo anderes abgebaut werden konnten.
nam mich nicht um diese zeit immer irgendwer in den arm der dies genau so fuerchtete?
jaja..damals.
nach dem vorfall in dem wohnzimmer ereigneten sich immer wieder steits, streits dich ich so noch nie erlebt hatte. frueher war es normal sich stundenlang sachen wie 'drecksau', 'hure', 'schlampe', 'penner' an den kopf zu werfen. diesmal war es anders. nein, keine unschoenen worte dabei. nein. man brachte sich gegenseitig zum weinen. krankhaftes weinen. ein monate spater, september, hiess es sachen packen. 'was nimmst du mit? willst du ueberhaupt hier weg? ja-nein-ja-nein. diese erinnerungen an alles. kannst du denn den diese frau allein lassen? du musst fuer sie da sein!' flog mir immer im kopf herum.
ich entschied mich fuer das 'ja'. es dauerte nicht lange. die wohnung war fertig zum beziehen, schwubb di wupp - mein eigenes zimmer. mein eigener raum, wo ich ich sein kann, wo meine gefuehle platz finden.
bisschen schlecht tapeziert, aben wen juckts.
ich merkte schon nach kurzer zeit das der neue nicht gut ist. er hatte sowas komisches, einen hinterlistigen blick. dezember war schluss mit der begruendug fuer ihn er wolle wieder zureuck zu seiner alten familie und frau. als waeren wir fuer ihn jemals eine familie fuer ihn gewesen.
zu dieser zeit wollte ich nichts von meinem vater wissen. es war mir einfach unangenhem in seiner naehe. ich brauchte zeit, zeit um das alles zu verkraften.
und zu dieser zeit verstand sich mein bruder noch mit meiner mutter, ganz prima.
die frau hatte dann doch immer mehr 'dates', und ich hoffte doch noch innigst sie haette aus dem geschehenen gelernt. nein. nach wie vor naiv, einfach naiv.
es dauerte nicht lange da aeusserte mein bruder einen satz der mir so schwer zusetzte das ich zwei wochen nicht in die schule ging und mir die wundertabletten verschrieben wurden. 'das ist nich mehr meine mutter!'
die naive frau hatte pro woche 3-4 verabredungen. mit der einstellung mein traumprinz wird schon dabei sein. nein, nein. es ist ja so das es eigentlich keinen traumprinzen gibt. wir wuenschen es nur so. und wenn man jemanden gefundet hat, dann hat man ja sowieso die rosarote brille auf und macht an ihm alles perfekt.
davon abgesehen hatte ich diese zeit kaum freunde. die die ich zuvor hatte habe ich erst einmal auf eis gesetzt. ich wollte aber auch keine freunde. keiner haette mich ja verstanden. glaubte ich
ich beschaeftigte mich mit mir selbst. lernte mir irgendetwas, schrieb viel, zeichnete eine menge und war viel draussen unterwegs. das half mir alles wieder auf die beine zu kommen.
"man braucht keinen um gluecklich zu sein, man braucht nur sich selbst. aber um das einzusehen braucht es lange" -wenn ich das an dieser stelle mal zitieren darf.
naja..es verginge eben einige monate und ich integriete mich wieder mit in die aussenwelt. was mir eigentlich ganz gut gelang.

heute sitz ich nun hier zerbreche mir den kopf ueber dies und das, und was dort abgeht und passiert, und realisiere nicht, das es in meinem leben doch noch so viele dinge zu klaeren gibt.
es ist aber eben nur so traurig, mitzubekommen wie sich einunddieselben lebewesen, menschen, so kaputt machen koennen. dafuer, fuer kriege-fuer den hass, sind wir nicht auf der welt.
nur verstehen wills keiner.

wie mein leben davor war? ich hatte kein leben vor alle dem.
mein leben hat erst mit dieser unendlichen geschichte, die sich von jeden tag auf's neue schreiben koennte, angefangen.
30.11.-1 00:00
 


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